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Anerkennung

Die Anerkennung der Weißen Schäferhunde als

"Berger Blanc Suisse" 

(Stand: Juli 2003) Vieles wird geschrieben, vieles wird gemutmaßt und vieles ist tatsächlich noch nicht ganz klar. In den vergangenen Jahren ging zwischendurch immer einmal ein Rumoren durch Deutschland, dass der eine oder andere Verein beim VDH vorstellig geworden sei und um Anerkennung der Rasse ersucht habe. Es ist müßig zu diskutieren, ob dies den Fakten entspricht. Tatsache ist: bisher war keine offizielle Anerkennung der Rasse in Deutschland erfolgt. Wobei wir davon ausgehen, dass mit "offiziell" eine VDH-Anerkennung gemeint ist. Nun hat sich einiges geändert und wir möchten mit dieser Stellungnahme versuchen, ein wenig Klarheit zu schaffen:

Die FCI

Die FCI ist die maßgebliche kynologische Vereinigung für Hunde. Ihr sind Kennelklubs aus den meisten europäischen Ländern und auch aus Übersee angeschlossen. Der VDH (Verein für das Deutsche Hundewesen) ist der deutsche Mitgliedsverein in der FCI.

Wenn nun im Zusammenhang mit unseren Hunden von "FCI-Papieren" die Rede ist, so handelt es sich nicht um Papiere, die die FCI ausgegeben hat. Sondern es sind Papiere, die ein der FCI angeschlossener Mitgliedsverein ausgestellt hat. Dies ist in den Ländern möglich, in denen die Rasse NATIONAL anerkannt ist.

Und damit sind wir mitten im Thema. Denn es ist zu unterscheiden zwischen einer NATIONALEN Anerkennung und der generellen Anerkennung der Rasse durch die FCI.

 

Die NATIONALE Anerkennung

der Rasse erfolgte bereits in verschiedenen europäischen und außereuropäischen Ländern. So machte die Schweiz den Anfang, es folgten die Niederlande, Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen, die Tschechoslowakei, Slovenien, Österreich, Südafrika. Es mag sein, dass in dieser Aufstellung das eine oder andere Land fehlt, denn in den letzten beiden Jahren ging es Schlag auf Schlag, so dass man auch nicht von jeder Anerkennung erfuhr.

Die nationale Anerkennung bedeutet, dass der nationale Verband die Rasse anerkannt hat. Die Richtlinien für die Zucht und die Anerkennung einzelner Hunde sind national festgelegt und unterscheiden sich von Land zu Land stark. Sie bedeutete z.B. nicht zwangsläufig, dass mit Hunden aus nicht anerkannten Ländern nicht gezüchtet werden durfte. Oft mussten hierfür nur zusätzliche Vorschriften erfüllt werden.

In den einzelnen Ländern zeichneten sich fast durchweg strittige Situationen ab. Ein Verein als Mitgliedsverein mit "anerkannten" Hunden, die übrigen als Dissidenzvereine mit "zweitklassigen" Hunden. "Zweitklassig" allerdings erst ab dem Zeitpunkt der nationalen Anerkennung. In einigen Ländern führte dies zu massiven Zerwürfnissen, die heute noch nicht beigelegt sind. Streitigkeiten zwischen den Vereinen sind kein rein deutsches und auch kein rassespezifisches Problem.

Die nationalen Anerkennungen waren aber insofern zwingend notwendig, als dass sie Zeichen setzten. Jeder nationale Verband hatte vor seiner Anerkennung zu prüfen, ob sich die Weißen Schäferhunde tatsächlich zu einer eigenständigen Rasse entwickelt hatten, die die Basis zu einer neuen Rasse bietet. Nach und nach kamen die einzelnen Länder zu der Erkenntnis, dass dies der Fall sei. Eine solche Entwicklung setzt natürlich Zeichen in Richtung FCI.

Fatal war hierbei, dass Deutschland mit die größte Population Weißer Schäferhunde hat, diese Hunde aber nur sehr bedingt in anderen Ländern eingesetzt werden konnten. Deutschland war mehr oder weniger ein weißer Fleck und es war nicht möglich, dieses aus eigener Kraft zu ändern. Zu stark sind noch die Vorurteile. So lehnte der VDH jedes Ersuchen ab und verwies auf seine Statuten, nach denen eine nationale Anerkennung auch gar nicht möglich ist.

Die einzige Möglichkeit, Deutschland und seine Zucht zu integrieren, war die generelle Anerkennung durch die FCI.

 

Die FCI-Anerkennung

Die FCI als übergeordnete Organisation kann eine Rasse generell anerkennen. Das wiederum bedeutet, dass jeder angeschlossene nationale Mitgliedsverein VERPFLICHTET ist, einen Rassezuchtverein (oder mehrere) aufzunehmen, um der kontrollierten Rassezucht eine Basis zu bieten. Im Falle Deutschland bedeutet dies, der VDH ist auf einmal verpflichtet, einen oder mehrere Vereine aufzunehmen. Anweisung von oben sozusagen.

"Warum nicht gleich?" könnte man sich nun fragen. Die Voraussetzungen für eine solche FCI Anerkennung sind ungleich komplizierter und schwerer zu erfüllen als teilweise die nationalen Anerkennungen. Es mussten Populationen erfasst, kynologische Gutachten vorgelegt und vor allem 8 unabhängige Blutlinien angegeben werden. Letzteres schien das größte Problem zu sein, da es keine gemeinsame Datenbank aller Hunde gab und gibt. D.h. jedes Land hatte seine Zuchtbücher, teilweise auf mehrere - zerstrittene - Vereine verteilt. Hinzu kamen sprachliche Barrieren zwischen den Ländern, so dass es nahe liegend war, zunächst nur im nationalen Bereich zu agieren, der für viele Länder vollkommen ausreichend war.

Dennoch wurden die Rufe nach einer "Anerkennung" immer lauter und es wurde immer deutlicher, dass gerade in Deutschland kein anderer Weg gangbar ist. Allerdings konnte der Anstoß nicht aus Deutschland kommen, da der Antrag von einem Mitgliedsverein der FCI gestellt werden muss. D.h. selbst wenn sich ein Verein gefunden hätte, der das Ganze in die Hände nimmt, hätte der VDH hilfreich zur Seite stehen müssen.

Die Schweiz war schließlich das Land, das die Zügel in die Hand nahm und eine bessere Entscheidung hätte es wohl kaum geben können. Die erste nationale Anerkennung war die Schweizerische. Die ersten Hunde, die nach Europa zurück kamen, wurden in der Schweiz heimisch. Und: seit mehr als 10 Jahren engagiert sich die GWS (Gesellschaft für Weißer Schäferhunde Schweiz) für die Rasse und hegt enge Beziehungen zur SKG (Schweizer Kynologische Gesellschaft). In dieser Verbindung konnten mit internationaler Hilfe die Daten für den Antrag gesammelt und zusammen gestellt werden. Die Blutlinien wurden von Birgit Stoll aus Deutschland geliefert, die über Jahre hinweg eine enorme private Datensammlung unterschiedlicher Ahnentafeln angelegt hatte und aus diesem Fundus die notwendigen Linien heraus suchte. Es waren viele weitere Personen beteiligt, letztlich war nur gemeinsam eine derartige Arbeitsbewältigung möglich.

Der Antrag wurde im Herbst 2001 eingereicht und im Mai 2002 abgestimmt. Eine Annahme des Antrags wurde erreicht, nachdem einige Kompromisse gefunden wurden. Der wichtigste Hintergrund dürfte sein, dass sich diese neue Rasse klar von den Deutschen Schäferhunden abgrenzt und mit diesen nicht mehr in Verbindung gebracht werden kann.

Das bedeutet: Die Rassegeschichte beginnt mit dem Import von Lobo und Lilac. Der Rasseursprung ist in der Schweiz.

Die Standardsprache ist Französisch und demzufolge der Rassename ebenfalls. Dieser wird geändert in "BERGER BLANC SUISSE", übersetzt: Weißer Schweizer Schäferhund. Ob sich dieser Name einbürgern wird, wird man sehen. Der Geschichte der Rassenamen und -umbenennungen wird hiermit ein weiterer hinzu gefügt.

Auf Grund dieser Veränderungen konnte der Antrag im Mai 2002 noch nicht sofort "durchgehen", sondern es mussten Änderungen gemacht werden, die der Standardkommission nochmals Ende 2002 vorgelegt wurden. Im Dezember 2002 wurde die Rasse nunmehr endgültig per 01.01.2003 als neue Rasse anerkannt, bekam eine Standardnummer und wird fortan ihren festen Platz in der Kynologie haben. Der Weiße Schweizer Schäferhund wird in der Gruppe 1 geführt.

 

Bedeutung für die Zuchtsituation

In vielen Ländern wird sich nicht viel ändern, die nationale Anerkennung ist bereits erfolgt, da ändert die internationale nur wenig an den geltenden Bestimmungen. Jedoch zeigte sich, dass die Ahnentafeln, die bisher ausgestellt wurden, teilweise ersetzt bzw. ergänzt werden müssen. Dies geht inzwischen in den einzelnen Ländern mit nationaler Anerkennung recht zügig und unbürokratisch vonstatten. Wer einen Hund aus dem Ausland importiert hat, der solche Papiere hat, tut jedoch gut daran, sich zu erkundigen, ob die bisherigen Papiere in dieser Form jetzt anerkannt sind. Auskünfte hierüber geben die entsprechenden Zuchtvereine oder die FCI-VK.

Deutschland und die Vereine

Aber in Deutschland wird es interessant. Die Vereinslandschaft ist derart zersplittert und teilweise zerstritten, dass bereits jetzt erkennbar ist, mit welch harten Bandagen um die Mitgliedschaft im VDH gekämpft wird.

Es gibt in Deutschland ca. 20 Rassezuchtvereine für Weiße Schäferhunde, alle Absplitterungen von ehemaligen größeren Vereinen mitgezählt. Die Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft im VDH erfüllen viele nicht, weil auch hier eine Anzahl von Hunden angegeben werden muss, die der Zucht zur Verfügung stehen. Letztlich könnten wohl lediglich einige wenige diese Maßgabe erfüllen, wobei selbst bei diesen einiges Spekulation ist.

 

Anträge auf Mitgliedschaft im VDH

Nachdem in den ersten Monaten des Jahres viele Spekulationen um Anträge beim VDH die "Szene" in Atem hielten, ist inzwischen klar: Zwei Vereine haben die VDH-Mitgliedschaft beantragt. Ein Verein, bei dem man mit einem solchen Antrag gerechnet hat, hat diesen bisher nicht gestellt und es bleibt Spekulation, ob dieser Antrag noch erfolgen wird. Es kann durchaus ein geschickter Schachzug sein, noch zu warten.

Einen Antrag gestellt hat der BVWS ("Bundesverein für Weiße Schäferhunde"), der sich über die Jahre hinweg als äußerst stabil erwiesen hat und dem es mit seinen über 400 Mitgliedern ein leichtes sein müßte, diese Zuchthunde zu präsentieren. Und der mit dem Hintergrund einer seit 20 Jahren geordneten Reinzucht und strengsten Zuchtrichtlinien einer der ersten und ernsthaftesten Kandidaten darstellt. Der Antrag wurde eingereicht, eine Entscheidung seitens des VDH steht aus.

Der RWS e.V. (Rassezuchtverein für Weiße Schäferhunde), eine ehemalige Landesgruppe des BVWS, arbeitet seit einigen Jahren allein und hat in dieser Zeit eine beachtliche Mitglieder- und Züchterzahl erreicht. Der RWS hat bereits im Dezember 2002 einen Antrag auf Aufnahme beim VDH eingereicht. Kurz vorher fand eine Fusion mit dem WSR Deutschland e.V. statt, welcher früher zum 1. DZV gehörte, aber auch bereits seit einigen Jahren eigenständig arbeitete. Die Fusion mit dem RWS überraschte, da die Interessenlage beider Vereine in einigen Punkten als konträr angesehen wurde.

Beide Vereine, der BVWS und der RWS haben beim VDH um eine Sondergenehmigung zur Zucht für die Zeit des Aufnahmeverfahrens ersucht, welche bewilligt wurde. Zur Erklärung: bis zur Entscheidung des VDH über Aufnahme oder Nichtaufnahme herrscht im antragstellenden Verein ein absolutes Zuchtverbot. Dieses wurde im Frühjahr bei beiden Vereinen aufgehoben, so dass nun eine Zucht unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist.

Der Dritte im Bunde, von dem ein Antrag erwartet wurde, ist der 1. WS e.V., welcher aus dem ehemaligen WACSR e.V. hervorging. Ein sehr alter Verein, der aber im Laufe der Jahre zersplitterte und von dem nur noch einige Vereine einzeln tätig sind. Mit Bekanntgabe der Anerkennung im letzten Jahr wurde diese Gruppe vor allem im Zuchtbereich wieder aktiv, hatte im letzten Jahr einen beachtlichen Mitglieder- und Züchterzuwachs. Dieser Verein kündigte zwar die Antragstellung an, handelte aber bisher nicht. Natürlich blieben den Züchtern hier die Problematiken der Zuchtsperre nicht verborgen. Die Zucht im BVWS und RWS ist nur unter erschwerten Bedingungen möglich, viele Fragen müssen und mussten geklärt werden. Die Züchter des 1. WS haben zur Zeit den großen Vorteil, "normal" weiter züchten zu können. Gleichzeitig stehen ihnen die Registrierungen beim VDH und danach auch die VDH-Ausstellungen offen. Mehr jedoch nicht, für eine Zucht im VDH müssten sie zur Zeit den Verein verlassen bzw. nach Aufnahme von BVWS und/oder RWS einem dieser Vereine beitreten.

Der VDH wird die Vereine aufnehmen, die die Voraussetzungen für eine Aufnahme erfüllen. Die oft kursierende Annahme, nur EIN Verein habe Chancen auf VDH-Aufnahme ist inzwischen durch eine Stellungnahme von offizieller Seite widerlegt. Natürlich wäre dies im Sinne der Rasse wünschenswert, doch bestehen zwischen einigen Vereinen sehr starke Differenzen auch in den Ansichten zur Zucht, dass fraglich ist, ob ein Zusammenschluss ALLER Vereine innerhalb des VDH überhaupt über lange Zeit stabil und in sich geschlossen arbeiten könnte.

Obwohl eine Chancengleichheit bei allen Vereinen besteht und weder von Belang ist, wer die besten Zuchtrichtlinien hat noch wer als erster den Antrag stellt noch wer die meisten Züchter/Mitglieder/Würfe hat, hat leider ein Wettrennen eingesetzt, das nicht rühmlich zu nennen ist. Mit interessanten Argumentationen wird versucht, anderen das Wasser abzugraben und die eigene Position in ein möglichst gutes Licht zu rücken. Unter diesem Aspekt sollte auch jegliche Argumentation der Vereine geprüft werden. Wer korrekt und nach den Bedingungen des VDH handelt, darf keinerlei Werbung damit machen, dass ein Antrag eingereicht wurde. Somit wird man erst nach einer Stellungnahme der VDH-Kommission wissen, welcher Verein sich beworben hat und welcher angenommen wurde.

Die Phase von der Antragstellung bis zur Aufnahme in den VDH kann sich allerdings hinziehen. Es kann bis zu 2 Jahren dauern, bis ein Antrag geprüft und angenommen ist. Eine lange Zeit, in der alle Vereinsstrukturen und die Geduld der Züchter auf eine harte Probe gestellt werden.

Die Zuchtsituation nach der Aufnahme in den VDH

Es wird sich einiges ändern. Zum einen im Ausstellungswesen, welches bisher von den Vereinen selbst bestimmt wurde. Nach VDH Aufnahme wird des den Besitzern und Züchtern möglich sein, an Ausstellungen teilzunehmen, die vom VDH geschützt sind. Es wird wahrscheinlich weiterhin Ausstellungen für Weiße Schäferhunde geben, diese werden aber nach VDH-Reglement ablaufen und das ist in einigen Punkten anders als das bisher angewandte System. Derartige Spezialschauen werden aber vom VDH nur auf Sonderantrag genehmigt und sind im ersten Jahr überhaupt nicht möglich. Die Vereine, die einen Antrag gestellt haben, dürfen zunächst keine eigenen Ausstellungen veranstalten. Daher wird das Ausstellungswesen im Jahr 2003 sehr gering sein; es besteht für registrierte Hunde (dazu komme ich noch) jedoch Teilnahmemöglichkeit an VDH-Ausstellungen.

Zum anderen in der Zucht. Bisher waren die Vereine relativ frei in den Entscheidungen, welche Hunde in die Zucht gelangen. Wenn sie dem Standard entsprachen und Papiere (auch von anderen Vereinen) vorweisen konnten, war die Zucht möglich. Wenn es sich um Importhunde handelte, war auch dies relativ unproblematisch.

Das wird sich wahrscheinlich ändern, wenn auch hier noch keine genauen Maßgaben vorhanden sind. Vieles ist noch unklar, vieles wird national entschieden. Eines ist jedoch schon durch die FCI-Abstimmung klar geworden: wer der Meinung war, Weißer Schäferhund ist Weißer Schäferhund, wird umdenken müssen. Die Welpen, die als "Zufallsweiße" bekannt sind, d.h. Welpen aus Würfen farbiger Schäferhunde, werden in der Zukunft nicht mehr integriert werden können. Es muss eine vollkommene Abtrennung von der Rasse der Deutschen Schäferhunde stattfinden. In Europa ist dies in den letzten 20 Jahren nie anders gewesen, aber es gibt Teilbereiche, wo Problematiken auftreten werden.

So ist eines der Importländer unserer Hunde Amerika sowie mit Einschränkungen gehören auch Kanada und England dazu. In allen Ländern haben Weiße Schäferhunde Papiere als "White German Shepherd". Der Name allein mag noch akzeptabel sein, die Tatsache aber, dass in diesen Ländern weiterhin farbige Schäferhunde zur Zucht zugelassen sind, kann sich bei einem Import fatal auswirken. Aus England war inzwischen zu hören, das seine Namensänderung / -anpassung an die Europäische Entscheidung nicht statt finden wird. Die Rasse wird nicht umbenannt. Nach Aussagen des Englischen Kennel Clubs ist somit ein Import und eine Integration Weißer Schweizer Schäferhunde nach England und White German Shepherds nach Europa und eine entsprechende Integration in die Zucht nicht mehr möglich.

Die FCI-Länder werden nämlich gezwungen sein, vor allem im Hinblick auf die zunächst vorläufige Anerkennung (10 Jahre) alle Weißen Schäferhunde mit farbigen Hunden in den Ahnentafeln (zumindest in der Elterngeneration bis hin zur 3. Generation) NICHT zur Zucht zuzulassen. Das sind Zugeständnisse, die für die Anerkennung gemacht werden müssen. Damit verlieren wir zwar nicht die generelle Importmöglichkeit, aber diese Tatsache wird sich einschränkend auswirken.

Es kommt viel Arbeit auf die Vereine und die Züchter zu. Das Ziel muss sein, dem Berger Blanc Suisse eine Zukunft in der offiziellen Kynologie zu geben und die Rasse gesund und vital zu erhalten.

 

Ausstellungen bzw. Registrierung der Hunde durch den VDH

Abgesehen von den üblichen Weißen Schäferhundausstellungen, die vereinzelt ebenfalls noch stattfinden, können die Weißen Schäferhunde, die beim VDH registriert wurden, auch an VDH-Ausstellungen teilnehmen.

Abgesehen von einer großen Registrierveranstaltung im Februar in Dortmund werden die Weißen Schäferhunde nun auf offiziellen VDH-Ausstellungen registriert. Hierzu muss eine Anmeldung beim VDH vorliegen. Es müssen bestimmte Richter vor Ort sein, so dass eine Registrierung nicht auf JEDER VDH-Ausstellung möglich ist. Sowohl der VDH als auch die Vorstände der antragstellenden Vereine geben jedoch hierüber Auskunft. Das Antragsformular für die Registrierung erhält man z.B. über die BVWS - Homepage (www.bvws.de).

Bei der Registrierung werden die Ahnentafeln eingezogen. Eine Vorgehensweise, die nicht kritiklos aufgenommen wurde. Jahrelange Reinzucht, Zwingernamen, Zuchtaufbau sind auf einmal verschwunden. Als "Ersatz" gibt es Registrierpapiere des VDH, auf dem lediglich der Hundename vermerkt ist. (z.B. "Fiala"). Kein Zwingername, keine Ahnen. Böse Zungen behaupteten bereits, nun sei der Inzucht Tür und Tor geöffnet, aber so einfach ist die Sache nicht. Zum einen gehören noch ein Hündinnenbesitzer und ein Rüdenbesitzer dazu und zum anderen sind die Ahnen nicht vergessen und gelöscht, sondern in den Zuchtbüchern weiterhin vorhanden. Jeder Züchter kann sich also weiterhin umfassend informieren und in einigen Generationen wird das Thema Schnee von gestern sein.

Zum "Warum" des Papiereinzugs: Für den VDH sind diese Papiere Dokumente. Dokumentieren, d.h. mit seinem Siegel versehen, kann der VDH aber nur das, was er sieht. Und das sind die Hunde, wie sie präsentiert wurden. Der VDH kann weder die Abstammung dieses Hundes überprüfen noch die Richtigkeit der Ahnen. Natürlich sind die Vereine empört darüber, hat doch bisher jeder ehrlich und korrekt gearbeitet (jedenfalls wird dies nun behauptet). Wenn man diese Vorgehensweise nicht allzu persönlich nimmt, sondern generell sieht, ist das alles auch nicht mehr so dramatisch. Richtig ist, dass es in anderen Ländern anders gehandhabt wurde: aber wiederum auch nur in einigen, denn z.B. in Schweden hat der SKK genau so gehandelt. Die Ahnentafeln werden vom VDH eingezogen und aufbewahrt. Wer sich später besinnt, dass er doch "zurück" möchte, kann sie jederzeit gegen Einsendung der Registerahnentafel vom VDH zurück erhalten.

Die beschriebenen Registrierahnentafeln berechtigen zur Teilnahme an VDH-Ausstellungen. Auch hier bietet sich den Ausstellern ein anderes Bild. Die Ausstellungen sind größer, sämtliche Rassen werden gerichtet. Beim Weißen Schäferhund befinden sich stock- und langstock in einem Ring. Die Babyklassen gibt es nicht mehr. Für die Zuchtzulassung gilt zur Zeit die Jugendklasse NICHT mehr.

Leidiges Thema: Die Sache mit der Zucht

Auch hier geistern fürchterliche Dinge durch die Foren und Internetseiten. Von Massenröntgen ist die Rede. Züchter werfen wütend das Handtuch, weil der auf Ausstellungen sieggewohnte Hund "nur" mit einem SG aus dem Ring geht. Es hat sich vieles verändert und es wird sich noch vieles ändern. Viele Änderungen sind nicht gerade angenehm, da mit Aufwand und Kosten verbunden. Nur: wer unter dem VDH züchten möchte, muss den momentan unangenehm erscheinenden Weg gehen. Und so steinig ist der gar nicht.

Leider ist die Stimmung unter den Züchtern eher negativ. Genaue Argumente kann niemand sagen. Es ist wohl eher das Gefühl, dass den Züchtern nun vom VDH gesagt wird, was sie zu tun haben. Und dass einige Dinge ggfs wiederholt werden müssen, weil die Vorschriften des VDH von den Vereinsvorschriften abweichen. Ich möchte einmal zusammenfassen, was ein Züchter tun muss, um züchten zu können:

Rüdenbesitzer haben es relativ einfach:

Der Rüde muss in einem Alter von mindestens 15 Monaten an einer Registrierveranstaltung teilnehmen. Diese sind normalerweise auf Ausstellungen des VDH. Das bedeutet einige Telefonate mit dem VDH, eine Anreise und ein ca. zweiminütiges Vorführen auf der Ausstellung. Ansichtssache, ob es Aufwand oder ein Ausflug ist: es kommt immer auf die Sichtweise an und ob man ein Haar in der Suppe finden möchte.

Es dauert einige Wochen, bis der VDH die Registrierpapiere zuschickt. Mit diesen Papieren ist es nun möglich, an VDH-Ausstellungen teilzunehmen. Hiervon braucht man für die Zuchtzulassung zwei Ausstellungen bei unterschiedlichen VDH-Richtern in der Offenen Klasse (ab 15 Monaten). Die Bewertung muss "V" oder "SG" lauten.

Außerdem muss eine Röntgenauswertung auf HD vorgewiesen werden. Der Hund muss zum Zeitpunkt der Aufnahme mindestens 15 Monate alt sein. Dies führte zu teilweise hitzigen Diskussionen, denn in den Vereinen liegt das Röntgenalter bei 12 Monaten. Zur Zeit (d.h. so lange, bis ein Verein in den VDH aufgenommen wird) gelten die Vorschriften des VDH und das bedeutet, wer seinen Rüden JETZT einsetzen möchte, muss die 15-Monate-Regelung erfüllen. Wurde der Hund bereits vorher geröntgt (im Alter von unter 15 Monaten), muss in den sauren Apfel beißen und ggfs nochmals nachröntgen. Die Auswertungen müssen von einem VDH anerkannten Auswerter erfolgen, ebenfalls eine Regelung, die die Auswertungen der Vereine teilweise nicht erfüllen. Die gesamte Problematik ist ein wenig kompliziert, so dass sich die Rüdenbesitzer ggfs mit BVWS oder RWS in Verbindung setzen sollten, damit im Einzelfall geklärt werden kann, ob ein Röntgen notwendig ist oder nicht.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, ist der Rüde im Sinne des VDH zuchttauglich. Er kann eingesetzt werden für Hündinnen, die ebenfalls die Richtlinien des VDH erfüllen. Andere Verpaarungen sind nicht mehr zulässig!!!

Hündinnenbesitzer, die unter dem VDH züchten wollen, haben -leider- ein wenig mehr zu beachten. Die Hündinnen selber müssen die gleichen Bedingungen erfüllen wie die Rüden.

Die Züchter müssen einen Zwingerschutzantrag beim VDH stellen. Dieser ist unabhängig vom Zwingerschutz, der in den einzelnen Vereinen erfolgte. Leider kann dies zur Folge haben, dass auch der bekannte Zwingername bereits geschützt oder vergeben ist. Oder dass ein Wunschname, den der Verein ablehnte, vom VDH akzeptiert wird.

Die Zuchtstätte muss vom VDH abgenommen werden. Sie muss bestimmte Bedingungen erfüllen, die im einzelnen aufzuführen hier zu weit führen würde. Sie sind in den VDH-Regularien nachzulesen.

Es ist zur Zeit weder eine Begleithundeprüfung, noch ein Wesenstest noch irgend eine andere Voraussetzung zu erfüllen. Zumindest im BVWS, dessen Zuchtrichtlinien ich recht genau kenne, sind die Voraussetzungen für die Zucht (die leider bis zur Aufnahme oder Nichtaufnahme außer Kraft gesetzt sind) weitaus höher.

Dies ist die derzeitige Situation. Über den VDH züchten kann zur Zeit jeder, der entweder den antragstellenden Vereinen angehört ODER keinem Verein angehört. Das wird sich nach Aufnahme eines Vereins in den VDH ändern. Zu diesem Zeitpunkt werden auch die Zuchtrichtlinien dieses Vereins wieder in Kraft gesetzt.

Leider ist es so, dass viele Züchter derzeit scheuen, den VDH-Weg zu gehen. Jeder Hund, der ausserhalb der VDH-Registrierung und -zucht bleibt, reduziert das vorhandene Zuchtpotential. Die Rasse wurde anerkannt, es haben viele engagierte Menschen Berge von Arbeit und Zeit investiert, um diesen Schritt zu schaffen. Zwei Vereine haben die Grundlage geschaffen, ihren Züchtern eine Zucht im VDH zu ermöglichen. Auch das war mit Arbeit und vor allem mit enormen Kosten verbunden. Diese Arbeit - ehrenamtlich und teilweise als Selbstverständlichkeit angesehen - ist enorm gewesen und es ist schade, dass viele Züchter nun zurück scheuen, nur weil es sie einige Fahrtwege, Euros und Bemühungen kostet.

Wer der Meinung war, das Durcheinander umgehen zu können, das nun ausbricht, und sich einen Importhund mit Papieren einer FCI-Verbandskörperschaft zugelegt hat, muss ebenfalls feststellen, dass diese Papiere nicht ausreichen. Denn da die FCI die Rasse bis zum 1.1.03 noch nicht anerkannt hatte, durften lediglich nationale Papiere ausgestellt werden. "ECHTE" FCI-Papiere können erst ab dem 1.1.03 ausgestellt werden. Für Importhundebesitzer bedeutet dies, dass sie sich im Geburtsland ihres Hundes erkundigen müssen, wie die nationale VK dieses Problem löst. Einige stellen neue Papiere aus, andere händigen Bestätigungsschreiben aus, die künftig zur Ahnentafel gehören.

Mit freundlicher Genehmigung von der Autorin !!

copyright: Gaby von Döllen, September 2002 - Juli 2003

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